AUS DER CHRONIK

Aurelie – Wer wir sind

Aurelie – Wer wir sind

Aurelie – Meine Geschichte aus Gor

Mein Name ist Aurelie. Ich bin fünfunddreißig Jahre alt und stamme aus einer Stadt in der Nähe von Schendi. Heute lebe ich weit entfernt von meiner ursprünglichen Heimat. Mein Zuhause ist Belnend im nördlichsten Voskdelta, wo ich bei meiner Herrin Amina lebe. Ich bin eine Kajira und habe inzwischen gelernt, dass dieses Wort sehr viel mehr über mein Leben erzählt, als man auf den ersten Blick vielleicht vermuten würde.

Wenn ich an meine Kindheit zurückdenke, sind es vor allem die unbeschwerten Tage, an die ich mich erinnere. Ich wuchs gemeinsam mit meinen beiden Geschwistern bei meiner Mutter und meinem Vater auf. Mein Vater war das Oberhaupt unserer Stadt und trug damit eine große Verantwortung. Für mich war er jedoch in erster Linie mein Vater. Ich hatte eine glückliche Kindheit, meine Familie war bei mir und ich glaubte damals, dass mein Leben seinen ganz eigenen, sicheren Weg nehmen würde. Ich konnte nicht ahnen, wie schnell sich alles verändern würde.

Der Verrat, der mein Leben veränderte

Dann kam der Verrat.

Bis heute weiß ich nicht, warum es dazu kam und wer letztendlich dafür verantwortlich war. Ich weiß nur, dass meine Heimatstadt in einen Kampf geriet und meine Familie dabei ihr Leben verlor. Mein Vater, meine Mutter und meine beiden Geschwister starben während des Verrats und der anschließenden Schlacht um die Stadt. Ich selbst konnte als Einzige fliehen.

Eine lange Zeit wusste ich nicht einmal, was mit meiner Familie geschehen war. Erst später erfuhr ich von einem Reisenden, dass sie den Kampf nicht überlebt hatten. Diese Gewissheit war schmerzhaft, aber es gab nichts mehr, was ich hätte ändern können.

Nach meiner Flucht war ich zunächst auf mich allein gestellt. Ich schlug mich als Wanderin durch und versuchte, irgendwo einen Platz zu finden, an dem ich bleiben konnte. Doch meine Reise führte mich nicht in die Freiheit, die ich mir erhofft hatte. Ich wurde gefangen genommen und sollte zu einer Sklavenschule gebracht werden.

Während der Reise gelang mir erneut die Flucht.

Damals glaubte ich, ich hätte noch einmal eine Chance bekommen.

Doch nur wenige Wochen später begegnete ich einer Gruppe von Panthermädchen.

Diese Begegnung sollte mein Leben endgültig verändern.

Mein Weg zur Kajira

Die Panthermädchen nahmen mich mit und legten mir ein Collar an. Was danach geschah, hat tiefe Spuren in mir hinterlassen. Ich wurde gefoltert und gequält und lebte lange Zeit mit der Angst, mein Leben zu verlieren. Irgendwann brach mein Wille.

Eine der Pantherinnen wurde später meine Herrin und begann, mich in meinem neuen Leben auszubilden. Ich musste lernen, was es bedeutete, eine Kajira zu sein. Vieles davon war zunächst von Angst geprägt. Ich musste mich an eine Welt gewöhnen, die mit dem Leben, das ich als freies Mädchen bei meiner Familie gekannt hatte, kaum noch etwas gemeinsam hatte.

Trotzdem wurde aus dieser Zeit irgendwann etwas, das ich heute anders betrachte.

Ein besonderer Wendepunkt war ein Spiel, das für mich mehr bedeutete als jedes andere Spiel zuvor. Es war Berserker.

Ich wusste, dass ich eine außergewöhnlich gute Spielerin war. Vielleicht war ich das tatsächlich. Aber ich war auch davon überzeugt, dass ich gewinnen würde. Und genau darin lag mein Fehler. Ich überschätzte mich.

Ich spielte gegen eines der Panthermädchen um den Kragen. Die Regeln waren einfach: Wenn ich gewinnen würde, wäre ich frei und meine Gegnerin würde mein Collar tragen. Wenn sie gewann, würde ich ihr Collar tragen.

Ich verlor.

Damit verlor ich auch meine Freiheit.

Heute weiß ich, dass nicht allein meine Fähigkeiten darüber entschieden haben. Meine Selbstüberschätzung hatte ihren Anteil daran. Das Spiel, von dem ich damals glaubte, es wäre nur eine Prüfung meiner Fähigkeiten, wurde zu einem der entscheidenden Momente meines Lebens.

Über meine Zeit bei den Panthermädchen und darüber, was danach geschah, werde ich in meinen Chroniken noch ausführlicher erzählen.

Mein Weg nach Belnend und zu Amina

Irgendwann durfte ich im Auftrag meiner Herrin reisen. Ich besorgte Kräuter und andere Dinge und kam dadurch in verschiedene Städte. Eine dieser Städte war Belnend.

Belnend faszinierte mich von Anfang an. Die Stadt liegt im nördlichsten Voskdelta und besitzt ihren ganz eigenen Charakter. Es war nicht nur die Stadt selbst, die mich anzog. Es war die Atmosphäre, die Ruhe und das Gefühl, das ich dort hatte. Alles wirkte anders als das Leben, das ich aus dem Wald der Panthermädchen kannte.

Ich fühlte mich dort sicher.

Immer wieder führte mich mein Weg nach Belnend. Dort begegnete ich schließlich Amina, der Schreiberin. Mein erster Eindruck von ihr war positiv. Sie war freundlich zu mir und ich hielt sie von Anfang an für eine nette Herrin.

Zunächst sollte ich auch für Amina verschiedene Aufgaben erledigen. Danach kehrte ich wieder zu meiner damaligen Herrin zurück. Doch ich kam immer wieder nach Belnend und jedes Mal fühlte ich mich ein Stück mehr zu dieser Stadt hingezogen.

Bis Amina eines Tages entschied, mich festzuhalten.

Damit begann ein neuer Abschnitt meines Lebens.

Heute kann ich sagen, dass ich meiner Herrin vollkommen vertraue. Meine Loyalität gehört ihr, ebenso meine Zuneigung. Ich fühle mich stark zu Amina hingezogen und möchte vor allem eines: Sie stolz und glücklich machen.

Amina hat mir etwas gezeigt, das ich vorher nicht kannte. Eine Herrin muss nicht immer streng sein. Ich hatte lange Zeit ein anderes Bild davon, was eine Herrin bedeutet. Durch Amina habe ich gelernt, dass eine Beziehung zwischen einer Herrin und ihrer Kajira auch von Vertrauen, Zuneigung und gegenseitigem Verständnis geprägt sein kann.

Mein Leben als Kajira in Belnend

Heute ist mein Leben ruhig. Es ist vollkommen anders als damals im Wald bei den Panthermädchen. Ich fühle mich in Belnend sicher und habe meinen Platz gefunden.

Meine Aufgaben gehören zu meinem Alltag. Ich kümmere mich um das Haus, helfe in der Schreibstube und sorge für das Wohl meiner Herrin. Wenn ich nicht gebraucht werde, ziehe ich mich gerne in die Schreibstube zurück. Dort versuche ich immer wieder, mir selbst das Lesen und Schreiben beizubringen. Ich möchte lernen, weil ich meine Herrin unterstützen möchte und weil Wissen für mich etwas Wertvolles ist.

Meine Wissbegier begleitet mich dabei ständig.

Sie ist wahrscheinlich meine größte Stärke und gleichzeitig meine größte Schwäche. Wenn ich etwas nicht weiß, zögere ich nicht lange, es trotzdem zu versuchen. Ich probiere es so lange, bis es mir gelingt. Manchmal ist das hilfreich. Manchmal wäre es vermutlich besser, wenn ich meine Neugier etwas stärker im Zaum halten würde.

Was dann geschieht, werdet ihr in meinen Chroniken erfahren.

Heute bin ich eine selbstbewusste, ruhige und gehorsame Kajira. Wenn meine Herrin mich lobt, macht mich das stolz. Wenn sie mit mir unzufrieden ist, bin ich dagegen sehr schnell mit mir selbst unzufrieden. Dann ärgere ich mich darüber, dass ich es nicht besser gemacht habe.

Ich habe keine großen eigenen Ziele für meine Zukunft. Mein Wunsch ist viel einfacher: Ich möchte für meine Herrin da sein und dazu beitragen, dass sie glücklich ist.

Was eine Kajira für mich bedeutet

Ich weiß, dass viele Menschen eine Kajira lediglich als Sklavin oder als Werkzeug betrachten. Für mich ist eine Kajira jedoch weit mehr.

Eine Kajira hat Gedanken. Sie hat Gefühle. Sie hat Erinnerungen. Sie kann Vertrauen schenken, Zuneigung empfinden, lernen, stolz sein und Fehler machen. Auch wenn sie nicht über ihr eigenes Leben entscheidet, bedeutet das nicht, dass sie keine eigene Persönlichkeit besitzt.

Ich bin heute glücklich mit meinem Leben als Kajira. Das war nicht immer so. Ich musste erst lernen, diese Rolle anzunehmen und meinen Platz in dieser Welt zu finden. Meine Gehorsamkeit ist heute nicht mehr nur etwas, das ich tue, weil es von mir erwartet wird. Ich gehorche aus eigener Überzeugung, aus Vertrauen und aus Zuneigung zu meiner Herrin.

Meine Vorstellung von Freiheit hat sich dabei verändert.

Früher bedeutete Freiheit für mich etwas völlig anderes. Heute bedeutet sie für mich, mich frei durch Belnend bewegen zu können, mich sicher zu fühlen und zu wissen, wo mein Platz ist. Ich brauche keine großen Entscheidungen für mich selbst. Ich habe meine Herrin und ich weiß, wem meine Loyalität gehört.

Vielleicht ist das für jemanden, der Gor und das Second-Life-Rollenspiel nicht kennt, schwer zu verstehen. Aber genau deshalb möchte ich meine Geschichte erzählen.

Denn hinter jedem Charakter, jeder Kajira und jedem Bewohner der Welt von Gor steckt eine eigene Geschichte.

Meine Chroniken aus Gor

Dies ist nur ein Teil meiner Geschichte.

Meine Kindheit nahe Schendi, der Verrat an meiner Familie, meine Flucht, die Jahre bei den Panthermädchen, das Spiel um den Kragen, mein Weg nach Belnend und schließlich meine Begegnung mit Amina sind nur einige Kapitel meines Lebens.

Meine Geschichte ist noch lange nicht zu Ende.

In meinen Chroniken werde ich euch nach und nach mehr davon erzählen. Von den Menschen, denen ich begegnet bin, von den Orten, die ich gesehen habe, von meinen Fehlern, meiner Neugier und den Erfahrungen, die mich zu der Kajira gemacht haben, die ich heute bin.

Ich bin Aurelie.

Eine Kajira meiner Herrin Amina.

Und dies ist meine Geschichte aus Gor.