Amina | Eine Schreiberin aus Belnend – Ein Roleplay aus der Geschichte Gor in Second Life
Aminas Weg – Zwischen Dschungel, Feder und Freiheit
Heute wacht Amina als Scriba der blauen Kaste über die Schriftstücke, Urkunden und Chroniken Belnends. Doch ihr Weg begann nicht zwischen Pergamenten und Büchern – und auch nicht innerhalb schützender Stadtmauern.
Ihre ersten Erinnerungen gehören dem tiefen Dschungel von Schendi und den Frauen eines verborgenen Taluna-Stammes, die für sie Mütter, Schwestern und Lehrerinnen wurden. Niemand wusste, woher das ausgesetzte Kind gekommen war oder weshalb man es seinem Schicksal überlassen hatte.
Amina lernte zu jagen, Gefahren zu erkennen und jene zu schützen, die zu ihr gehörten. Doch schon früh übten Zeichen und geschriebene Worte eine seltsame Anziehung auf sie aus. Eine Neugier, die ihr Leben eines Tages unwiderruflich verändern sollte.
Wie verlor eine Tochter der Kivuli ihre Freiheit? Weshalb wurde ausgerechnet jene Frau, die ihre Gefangennahme verursacht hatte, später ihre Lehrerin? Und wie gelangte Amina schließlich in jenes schlichte blaue Gewand, das sie bis heute in ihrer Schreibstube trägt?
Dies ist die Geschichte einer Frau, die mehr als einmal ihre Heimat verlor – und dennoch ihren eigenen Platz in der Welt fand.
1. Das Kind des Dschungels
Niemand wusste, woher das kleine Mädchen gekommen war. Die Frauen der Kivuli fanden es tief im Innern des Schendi-Dschungels, fernab der bekannten Wege und Ansiedlungen. Es lag zwischen den gewaltigen Wurzeln eines alten Baumes, notdürftig in ein Stück Stoff gehüllt. Kein Name war bei ihm hinterlassen worden, kein Zeichen verriet die Herkunft. Es gab weder eine Botschaft noch ein sichtbares Merkmal, das erkennen ließ, wer seine Eltern gewesen oder weshalb man es an diesem gefährlichen Ort zurückgelassen hatte.
Dass das Kind noch lebte, grenzte an ein Wunder.
Die Kivuli waren ein kleiner Taluna-Stamm, der abgeschieden im dichten Grün des Dschungels lebte. Fremde sahen in ihnen Gesetzlose und gefährliche Frauen, die sich der Herrschaft der Männer und derOrdnung der Städte entzogen hatten. Für das ausgesetzte Mädchen aber wurden sie etwas vollkommen anderes: ihre Mütter, ihre Schwestern, ihre Lehrerinnen und ihre Beschützer. Sie gaben ihr den Namen Amina und nahmen sie in ihre Gemeinschaft auf. Unter den Kivuli wuchs sie nicht als geduldete Fremde auf, sondern als eine der Ihren. Sie lernte, diesprache des Dschungels zu verstehen, das Rascheln im Unterholz, den Warnruf eines Vogels, die Spuren im feuchten Boden und die plötzliche Stille, die vor einer Gefahr warnte. Die Frauen zeigten ihr, welche Pflanzen nährten, und welche heilten, wo sich Wasser finden ließ und wie man sich bewegt, ohne unnötige Spuren zu hinterlassen.
Doch sie lehrten sie nicht allein das Überleben.